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Von Startups kann man lernen

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Ja, es ist natürlich richtig: Die Welt verändert sich rasant. Gerade mit der zunehmenden Digitalisierung wälzen disruptive Geschäftsmodelle durch ganze Branchenlandschaften und werfen dabei alte Strukturen gnadenlos über den Haufen.

Höchste Zeit also, sich als tradiertes Unternehmen Gedanken zu machen, ob sich das eigene Geschäftsmodell noch sinnvoll konservieren lässt oder ob man sich nicht gleich ganz neu erfinden kann. Und dieses Mal bitte so, dass eine nachhaltige Zukunftsfähigkeit garantiert ist.

Beliebt seit einiger Zeit ist beim „Neuerfinden“ eine Anlehnung an die Start-up-Welt. Immerhin gilt es ja, agiler, flexibler und ohnehin innovativer zu werden. Und das sind nun mal Attribute, die man gemeinhin Start-ups zuspricht. Aus der Motivation, über den Tellerrand zu schauen und von den Methoden der Start-ups lernen zu wollen, hat sich zuletzt jedoch eine Art „Start-up-Hysterie“ entwickelt.

Einige Manager lassen sich in dieser Zeit besonders gern mit jungen Gründern mit Vollbart ablichten, und so manch ein CEO verzichtet dabei auf den Schlips. Stellt sich die Frage: Wer sind diese Start-ups, mit denen man sich gern schmückt? Und können sie mehr als nur Hipster-Bart und Kickertisch?

Zunächst sollte man klarstellen: Ja, es gibt sie wirklich, die „Lifestyle-Start-ups“. Aber Trittbrettfahrer bei stark gehypten Themen waren schon immer zugegen. Und wenn man mal von Äußerlichkeiten absieht und bei erfolgreichen Start-ups genau hinschaut, erkennt man schnell, dass hier wirklich mit Methodik gearbeitet wird. Zu erwähnen ist dabei zum Beispiel das Konzept „Lean Startup“ nach Eric Ries. Hierbei geht’s darum, in einem unsicheren Umfeld risikoreduziert Innovation voranzutreiben. Vor genau dieser Herausforderung stehen auch die meisten etablierten Unternehmen.

Was ihnen allerdings fehlt, ist der feste Wille und oft auch die Möglichkeit, eine Geschäftsidee in ein validiertes Geschäftsmodell zu überführen, Risiken einzugehen und dabei auf konventionelle, einschränkende Prozesse zu verzichten. Während Geschäftskonzepte im Konzern in ewig langen Freigabeprozessen langsam verrotten, ohne je von einem potenziellen Kunden gesehen worden zu sein, bringen Start-ups den x-ten Prototyp nach Markttests raus.

Ist dann das Heil der Wirtschaftswelt also in den Händen von Start-ups zu suchen? Ein klares „Jein”. Start-ups erfinden das Business ja nicht neu. Sie machen „nur“ ein paar Dinge anders und besser, auf die es im Moment ankommt. Sobald ihr Geschäft allerdings anläuft, müssen sie genauso wie etablierte Unternehmen arbeiten: Akquise, Marketing, Controlling und all das, womit diese seit zig Jahren Erfahrung haben. Genau hierbei können Start-ups dann wiederum von Konzernen lernen.

Es macht also durchaus Sinn, darüber nachzudenken, wie Start-ups und etablierte Unternehmen enger zusammenarbeiten können. Möglich erscheint dies zum Beispiel in Form einer adaptierten „Corporate Lean Start-up“-Methode, die ein passgenaues Neugeschäft für etablierte Unternehmen entwickelt.

Denn was am Ende zählt, ist nun mal der wirtschaftliche Erfolg und nicht nur die Adaption von Vollbart und Kickertisch.

Ihr
Nicolas Burkhardt

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