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Kreativität als Schmierstoff für Ideen

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Heute geht’s an dieser Stelle um das Thema Kreativität. Nein, weder geht es ums Körbeflechten, noch um meine Töpfersammlung. Ohne Frage, beides wunderbare Künste, aber hier sprechen wir über Kreativität im Zusammenhang von Innovation: Kreativität als Schmierstoff jeder visionären Konzeptentwicklung.

Wer kennt diese Situation nicht: Sie sind auf der Suche nach einem Geschenk für Ihre Frau oder Ihren Mann. Seit Tagen zerbrechen Sie sich Ihren Kopf, was dem oder der Liebsten wohl gefallen würde. Etwas Besonderes soll es sein – Socken oder Gutscheine kommen daher diesmal nicht in Frage. Sie haben sich schon durch zahlreiche Onlineshops geklickt, hier und da gestöbert- aber, nein- da war nichts dabei, was man als ein besonderes oder einfallsreiches Geschenk bezeichnen würde.

Mit dem länger werdenden Suchprozess kommen Zweifel auf: „Bin ich wirklich so unkreativ?“ fragt man sich. Und „Wie hat der Nachbar zum Geburtstag seiner Frau bloß so ein originelles Geschenk machen können? Ist er denn so viel kreativer als ich?“

Grundsätzlich trägt jeder Mensch das Potenzial kreativ zu sein, in sich- wobei: der Eine mehr, der Andere weniger. Aber was bedeutet es eigentlich, kreativ zu sein? Vor dem Hintergrund der aufgeführten Thematik ist es weniger das oben erwähnte Bildende oder Schöpferische. Vielmehr ist es eine Form, an Probleme heranzugehen, sie auf neue Art zu denken und zu lösen. Und DAS kann jeder. Glauben Sie nicht?

Jeder Mensch, der kreative und auch unkreative, hatte eine Zeit, in der er mit Leichtigkeit Probleme löste. Sie ahnen es: diese Zeit liegt weit zurück, nämlich in der Kindheit. Kinder haben eine extrem hohe Problemlösungskompetenz im Hinblick auf Herausforderungen ihres Alltags, und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Eine zur kreativen Problemlösungsgabe durchgeführte Studie beschreibt folgendes Experiment: Erwachsenen und Grundschulkindern erteilte man die Aufgabe, einen Brief in einen Postkasten im leeren Nebenraum einzuwerfen. Nach erfolgreichem Einwurf sollten die Testpersonen zurück zum Ausgangsraum kommen. Was die Teilnehmer allesamt nicht wussten: der Postkasten hing in Höhe eines Basketballkorbs an der Wand. Unmöglich also, ihn auf normalem Weg zu erreichen.

Das Experiment begann mit den Erwachsenen. Es brauchte nur wenige Augenblicke und alle Probanden waren samt Brief in der Hand zurück bei den Wissenschaftlern. Das Feedback erklang unisono in leichten Abwandlungen zwischen „Das geht nicht, der Briefkasten hängt zu hoch!“ und „Das geht nicht, ich bin zu klein!“

In einem separaten Testraum starteten danach die Kinder. Anders als die Erwachsenen kamen sie vom Briefkasten nicht zurück. Als die Wissenschaftler schließlich zur Kontrolle den Testraum betraten, hatten sich die Kleinen unter dem Postkasten aufgetürmt. Sie waren gerade dabei zu versuchen, den Brief über eine Räuberleiter in den Briefkasten zu werfen. Anscheinend war dies nur einer von vielen Versuchen einer ganzen Reihe. Denn einige der Briefe lagen bereits zerknüllt auf dem Boden: die Kids hatten es wohl schon mit Würfen in den Briefkastenschlitz probiert.

Was können wir für uns aus diesem Experiment ableiten? Und wie kommen wir an die kreative Geschenkidee?

Grundsätzlich zeigt es, dass es verschiedene Formen von Barrieren gibt, die uns daran hindern, eine Aufgabe zu erfüllen. Es gibt Barrieren von außen, wie im Beispiel des basketballhohen Briefkastens oder eine unübersichtliche Fülle an Angeboten beim Shoppen. Es gibt aber auch Barrieren, die man selbst in sich trägt: „Ich bin nicht kreativ, ich finde keine Lösung. Ich bin zu klein, ich kann den Brief nicht abwerfen. Ich hab keinen Einfall, ich finde kein Geschenk.“

Grundlage für kreative Innovationsprozesse ist stets das offene Denken ohne jegliche Bewertung. Sie finden Lösungsansätze – oder eben überraschende Ideen für Geschenke – nur, wenn Sie sich nicht vorher eigene Denkblockaden auferlegen. Trennen Sie Ihre Ideenfindung daher strikt von der Bewertung. Testen Sie erst nach dem offenen Finden von Ideen deren Machbarkeit! Zeigen Sie Beharrlichkeit!

Erstellen Sie einfach eine Liste mit Dingen, die Ihnen grundsätzlich als Lösung einer Problematik einfallen! Denken Sie an den Empfänger, er ist quasi Ihr Auftraggeber! Was mag die Person, was können Sie daraus für Optionen ableiten? Schreiben Sie alles auf, bewertet wird danach. Kombinieren Sie zwei oder drei gewöhnliche Ideen zu außergewöhnlichen Einfällen und Neukonzepten. Greifen Sie Einfälle auf und bringen Sie sie zusammen! Schaffen Sie neue Lösungen!

Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, werden Sie weder bei der Geschenkesuche noch bei der Erarbeitung innovativer Geschäftskonzepte je wieder Schwierigkeiten haben. Alles läuft dann wie geschmiert.

Ihr
Nicolas Burkhardt

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